Praxis für Ganzheitliche Trauma-und Psychotherapie, Trauerbegleitung und Psychologische Astrologie

Trauer und Kriegserfahrungen

Trauer und Kriegserfahrungen - Mechthild Reissmann

Immer öfter begegnen mir in meiner Praxis Menschen mit einer "diffusen" Traurigkeit.
In der psychotherapeutischen Arbeit kommen sie dann oft in Kontakt mit Kriegserfahrungen ihrer Eltern oder Großeltern, die Vertriebene, Flüchtlinge oder Kriegsgefangene waren, schwere Bombenanschläge überlebten oder Vergewaltigungen, Folter, traumatischen Verlust erlitten.
Oder die Eltern, bzw. Großeltern, waren selber in der Täterrolle, hatten wichtige Funktionen im Naziregime und unvorstellbare Gräueltaten zu verantworten. Ältere KlientInnen, die sogenannten "Kriegskinder", haben den Krieg als Kind erlebt und einen Großteil ihrer Erinnerungen aus dieser Zeit verdrängt. In der Mehrzahl wurden diese Erlebnisse in den Familien kaum thematisiert, das Überleben und der Wiederaufbau waren wichtiger und erforderten ihre ganze Kraft. Die not-wendige Trauerarbeit wurde nicht zuletzt durch kollektive Schuldgefühle bisher nicht geleistet. Die Nachwirkungen dieser Kriegserfahrungen prägen bis heute, doch werden die Langzeitfolgen (wie posttraumatische Belastungsstörungen, Medikamentenabhängigkeit, psychische Krankheiten usw. ) in der Regel nicht wahr genommen. Die Auswirkungen werden unbewusst an Kinder und Kindeskinder weitergegeben. Mittlerweile gibt es wissenschaftliche Belege dazu, dass Traumata über die Generationen weiter vererbt werden.
Für uns alle kann es von großer Bedeutung sein, sich mit diesen (Familien-) Themen auseinanderzusetzen, um den Krieg in unseren Herzen zu verwandeln in Verstehen und Frieden, damit die Wunden über die Generationen hinweg heilen dürfen.

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